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clever und mittendrin | Wie werde ich mein eigener Star? (Sommer 2011)
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Das Sommerprojekt: Entdecke den Star in dir
Veronika Frank, Dilan Oers, Leila Mousselmani, Alexandra Fuchs

1. Gesamtdarstellung des Sommerprojektes 2011

In einem 3- tägigen Programm unter dem Motto “Wie werde ich mein eigener Star?” im Migrapolis- Haus der Vielfalt in der Brüdergasse in Bonn wurde eine Auseinandersetzung mit der Popkultur innerhalb der Medienwelt versucht. Das Projekt bot Mädchen im Alter von 13- 16 Jahren die Möglichkeit, durch kreatives Arbeiten die individuellen Stärken und die eigene Persönlichkeit zu entdecken. Der Schwerpunkt der Projekttage lag in der kritischen Auseinandersetzung mit den medialen und künstlerischen Darstellungen weiblicher Rollenbilder und Identitäten, mit denen es gilt, kritisch umzugehen. Die Mädchen sollten eine Sensibilisierung gegenüber ihrer Charakterbildung entwickeln – inwiefern sie fremd- oder selbstbestimmt sind. Vor allem sollten aber die Mädchen darin bestärkt und gefördert werden, ihren eigenen Weg Richtung Selbstverwirklichung zu gehen. Die persönlichen Interessen waren ein wichtiger Anhaltspunkt für das gemeinsame kreative Arbeiten und sollten durch eine kritische Auseinandersetzung mit ihren eigenen Werten zu einer veränderten Wahrnehmung gegenüber der Vermittlung von Werten durch Werbung usw. führen.

2. Ablauf und Methoden

Es wurden zuerst 2 verschiedene Videos aus der Pop-Welt gezeigt. Erstmals wurden die Videos mit Ton abgespielt und daraufhin ohne Ton. Hier erhielten die Jugendlichen die jeweiligen Songtexte auf Englisch und Deutsch, so dass sie den singenden Text mitlesen konnten. Danach fanden Gruppengespräche statt, in denen die Jugendlichen ihren ersten Eindruck auf einer Plakatwand festhalten konnten. Dies diente als Basis zur darauffolgenden Diskussion. Weiterhin wurden zwei Künstlerinnen aus den Bildenden Künsten präsentiert (Frida Kahlo, Shirin Neshat), die als Beispiele zur Orientierung für eine individuelle Auseinandersetzung dienten. Anschließend wurden die Künstlerinnen der Pop- Welt den Künstlerinnen aus der Kunst- Welt vergleichend gegenübergestellt. Die Fragestellung, die im Zentrum unserer Beobachtung stand, war, inwiefern die eigene Persönlichkeit durch die Medien fremdbestimmt wird, so dass ein wirklichkeitsverzerrtes Ideal/ Idol bei den Jugendlichen entsteht. Hauptsächlich ging es darum, wie Medien bewusst Techniken einsetzen, um zu faszinieren und um zu manipulieren. Untersucht wurden diese vermittelnden Faktoren anhand ihrer Wirkung auf die Jugendlichen und somit ihrer Charakterbildung.
Bewusst wählten wir 2 freischaffende Künstlerinnen aus der bildenden Kunst, die stellvertretend für eine selbstbestimmte Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Persönlichkeit darstellen. Hier wurde sowohl auf biografische Fakten, die das Leben der Künstlerinnen und ihrer Sicht auf die Welt prägten, eingegangen, als auch auf die künstlerischen Mittel, die sie benutzen, um ihrer Weltanschauung Ausdruck zu verleihen.
Abschließend folgte die kreative Arbeit, in der die Mädchen ihre Eindrücke gestalterisch auf Papier bringen konnten. In gemeinsamen Bastelstunden konnten sich die Mädchen in Gegenwart der Betreuer kreativ und kritisch mit ihrer eigenen Persönlichkeit und den medialen Einflüssen auseinandersetzen. Es entstanden von jedem großformatige Umrisszeichnungen, die in zwei verschiedene Hälften unterteilt wurden und unterschiedlich gestaltet werden konnten. Die eine Hälfte bestand aus collageartigen Motiven, die aus Modemagazinen entnommen werden konnten, während die andere Hälfte der persönlichen Gestaltungsfreiheit unterlag. Abschließend konnten die Mädchen ihre Arbeiten in einer Vernissage im Veranstaltungsraum des “Migrapolis- Haus der Vielfalt” in Gegenwart ihrer Eltern und Freunde vorstellen.

3. Ziele

Das Ziel des Sommerprojekts war es, ein kritisches Medienbewusstsein bei den Jugendlichen anzuregen; sie hinsichtlich den Einflüssen der Medienwelt zu sensibilisieren und sie darauf aufmerksam zu machen, inwiefern die äußeren Einflüsse mit der eigenen Identitätsfindung übereinstimmen. Die Jugendlichen sollen sich bewusst werden, welchen Einfluss Medien auf die eigene Selbstfindung und Selbstverwirklichung haben können. Darüber hinaus setzte sich das Projekt intensiv mit Genderfragen bzw. Genderkonflikten auseinander. Durch die kreative Arbeit wurde besonders viel Wert auf die individuelle Ausdrucksweise gelegt. Die Jugendlichen sollten in ihren eigenen Ideen motiviert und bestärkt werden. Ein großes Anliegen der Projekttage war es, die Jugendlichen in ihrer individuellen Persönlichkeitsgestaltung zu fördern, so dass sie an der eigenen Selbstgestaltung ihrer Persönlichkeit Teilnahme haben. Da die meisten Jugendlichen aus sozial schwachen Familien stammen, ist es gerade wichtig, ihnen durch außerschulische Aktivitäten Halt und Sicherheit zu verleihen, um sie mit ihren Problemen hinsichtlich ihrer Identitätsfindung zu unterstützen. Wir konnten beobachten, dass die Jugendlichen am kreativen Arbeiten Spaß hatten. In den kreativen Stunden wurden Hemmschwellen abgebaut, so dass die Kommunikationsbereitschaft unter den Jugendlichen anstieg. Uns ist es gelungen, den Jugendlichen eine neue, kritische Wahrnehmung gegenüber ihrer Identität und Gesellschaft nah zu bringen. Nicht nur die neuen Erfahrungen, die die Jugendlichen nach den Projekttagen sammeln konnten, waren bereichernd, sondern auch die neu geschlossenen Freundschaften.